Wischen, Laden, Touchen – für all diesen neumodischen Kram interessieren sich zunehmend auch Senioren.

Die 65-Plus-Generation kann sich dabei beim Kurs für die Nutzung von Smartphones im Leipziger Bürgerverein (BV) Messemagistrale fitmachen lassen.

“Das ist eine großartige Sache”, erzählt Christel Heinicke. “Mir hat das Üben im Umgang mit dem Smartphone viel gebracht.”  Nicht zuletzt, weil Helmut Kommichau, der Experte, der die Schulung durchgeführt hat, “große Geduld mit uns an den Tag legte”. Nun erfährt der Lehrgang eine Neuauflage.

Die 72-jährige Christel Heinicke ist längst kein Neuling auf diesem Gebiet. “Natürlich habe ich schon länger ein Handy genutzt. Aber das modernere Smartphone, das ich von meiner Tochter geschenkt bekommen habe, kann eben mehr. Und hinter die ganzen Feinheiten zu steigen, ist gar nicht so einfach – wenn man das noch nie ausprobiert hat.”

Um so mehr hat sie sich gefreut, als die neue Seniorenbeauftragte des Vereins, Nicole Krüger, die Älteren vor einiger Zeit befragte, worauf sie Lust hätten, was ihnen Spaß machen würde, welche zusätzlichen Angebote sie sich wünschten.

Neben Englisch-Kursen kam dabei auch die Sprache auf den Handy-Gebrauch. Seit Jahren ist hier der Bürgerverein aktiv – bei der Nutzung von Computern, Smartphones und Tablets. Fast 400 Senioren haben diese Lehrgänge im Laufe der Jahre absolviert. Christel Heinicke gehört neuerdings auch dazu.

“Dreimal zweieinhalb Stunden haben wir uns im Februar mit Helmut Kommichau zusammengesetzt”, berichtet die ehemalige Lehrerin. Seit Jahren kümmert sich übrigens die Bürgervereins-Arbeitsgemeinschaft “Senioren ins Internet” mit Gisela Rößler an der Spitze darum, der älteren Generation in Sachen Anwendung von Computertechnik und Handys auf die Sprünge zu helfen.

Zuletzt eben zunehmend mit den Winzlingen, die früher höchstens zum Telefonieren taugten. “Ich habe nun gelernt, etwa Apps auf meine Gerät runterzuladen. Wie es in Gang gebracht wird, um als Navigationsgerät zu funktionieren – das kann ich jetzt auch”, berichtet Heinicke.

Oder das “Diktieren statt Tippen” habe die aus Waldheim stammende Rentnerin inzwischen ebenfalls drauf. Das ermögliche, gesprochene in geschriebenen Sprache umzuwandeln. Gerade wenn ein längerer Text verfasst werden soll, zum Beispiel als E-Mail oder SMS-Nachricht”, so heißt es in einer kleinen schriftlichen Anleitung, die die Kursteilnehmer erhielten, “kann es sehr mühsam sein, auf der kleinen Smartphone-Tastatur lange zu tippen.”

Allerdings sei das Diktieren nicht ohne Tücken. “Einmal habe ich an meine Tochter eine solche Nachricht formuliert – und das Gerät hat nicht ,Kinder’, sondern ,Tier’ verstanden.” Auf die Aussprache sei zu achten. “Zugleich hat mir dieser Irrtum gezeigt: Bevor ich etwas abschicke – immer noch einmal kontrollieren.”

Ob die drei Runden mit Helmut Kommichau ausreichend waren? Zunächst bejaht sie die Frage, denkt aber kurz nach und schüttelt dann doch den Kopf. “Er ist ein sehr kompetenter Lehrer, hat wirklich eine Eselsgeduld mit uns acht Leuten in der Runde an den Tag gelegt. Es ist richtig angenehm, bei ihm zu lernen.” Aber? Die Gruppe war zu “differenziert”.

Vom völligen Neuling in Sachen Smartphone bis hin zu jenen wie Christel Heinicke, die schon etwas von der Technik-Zwergen verstehen – “war alles vertreten”.

Klar habe der Kursleiter bei Null angefangen, um am Ende jeden “mitzunehmen”, sei auf alle Fragen und Probleme eingegangen. “Mit viel Ausdauer und Feingefühl. Das ist natürlich richtig so.” Heinicke, die seit vielen Jahren Mitglied im BV ist, würde allerdings gerne noch zwei bis drei “Sitzungen im Handy-Kurs” absolvieren.

“Wir wissen zwar im Prinzip, wie die Technik angewendet werden kann, allein uns fehlt die Übung, die Sicherheit im Umgang mit ihr.” Die Abläufe müssten noch stärker verinnerlicht werden. Zudem möchte sie gern weitere Möglichkeiten kennenlernen, ihr Smartphone mehr für die Arbeit mit dem Internet anzuwenden.

Und das soll nun ab Mai geschehen. Denn die Kursreihe wird fortgesetzt. Start ist am 3. Mai 2019.

Angesichts der von Christel Heinicke geschilderten Umstände hat der BV-Vorstand ins Auge gefasst, künftig auch Schulungen extra für Fortgeschrittene zu organisieren.

Teilnahme ist möglich für Senioren ab 65 Jahre. Um Anmeldung beim Verein unter der Leipziger Telefonnummer 212 6211 wird gebeten.

Die Teilnahme kostet für dreimal zwei Stunden insgesamt 20 Euro. Die Termine für die drei vorgesehenen Treffen ab 3. Mai 2019 werden bei der telefonischen Anmeldung übermittelt.

Ulrich Langer